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Klingenthal

533 - 943 m ü.NN, 8900 Einw. 

Blick vom Aschberg über das alpine Skiareal Bublava/ČR und das Ohřetal zum Slavkovski Les (Kaiserwald)Klingenthal (Stadtrecht seit 1919) liegt als einzige Stadt Sachsens auf der Südseite des Erzgebirges in einer außergewöhnlichen Mittelgebirgslandschaft mit tiefen und engen Tälern. Die ersten Siedler am "Hellhammer" (1591) waren Bergleute, Köhler und Hammerschmiede. Böhmische Glaubensvertriebene (1659), die die Kunst des Geigenbaus beherrschten, wurden heimisch. Die kleine Bergsiedlung entwickelt sich zum Geigenmacherdorf (1716 Gründung einer Geigenmacherinnung). Um 1800 begann die Fertigung von Blasinstrumenten und im 19. Jh. folgte die Einführung der Mundharmonika- und Akkordeonproduktion. In der DDR war Klingenthal das Zentrum der Musikinstrumentenindustrie, z.Zt. werden in kleinen Betrieben u.a. noch Mundharmonikas und Akkordeons produziert.

IMG 6393Blick über den Klingenthaler Talkessel

IMG 6391Blick über das Brunndöbratal mit der Großschanze

Bereits 1908 wurde ein Wintersportverein gegründet und 1929 fanden in Klingenthal erstmals Deutsche Meisterschaften statt. Beim Sprunglauf auf der C.A.-Seydelschanze im Heroldsbachtal belegte der Aschberger Walter Glaß den 2. Platz.

Klingenthaler Wintersportler errangen große sportliche Erfolge, u.a. gewann Harry Glaß als erster Deutscher eine olympische Medaille im Spezialsprunglauf (Bronze 1956 in Cortina). Henry Glaß ersprang sich bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck ebenfalls Olympiabronze. Bei den Weltmeisterschaften im Skifliegen 1983 in Harrachov siegte Klaus Ostwald. Die Langläuferin Marlies Rostock wurde 1980 mit der DDR-Staffel in Lake Placid/USA Olympiasiegerin. In der Nordischen Kombination gewann Andreas Kunz die Bronzemedaille bei den Spielen 1968 in Grenoble.

Ein Höhepunkt für die Langläufer ist alljährlich der internationale "Kammlauf" über 25 und 50 km auf der Kammloipe. Das Langlaufzentrum mit Kammloipe und Loipenhaus befindet sich auf dem Erzgebirgshauptkamm in Mühlleithen.

Eine besondere Attraktion ist die Vogtland Arena mit einer Großschanze, die Sprünge bis 150 m zulässt (Schanzenrekord z.Zt. 146,5 m). 

 

Die gepflegten Pisten im benachbarten Bublava/ČR (s. Bild) kann man mit PKW schnell erreichen (ab Grenzübergang Aschberg 2 km).

In der beeindruckenden Gebirgslandschaft sind in der schneelosen Zeit anspruchsvolle Radtouren möglich (siehe Sommerseite: Radtouren Nr. 1, 2, 4 u. 8 bis 11).  

Die romantische Landschaft des Aschberggebietes ist durch zahlreiche Wanderwege erschlossen, u.a. führen auch internationale Fernwanderwege (z.B. E 3 Atlantik - Karpaten, Bergfernwanderweg EB Eisenach - Budapest) über die aussichtsreichen Höhen. Mit der Wanderwege-Infrastruktur gibt es z.Zt. Probleme (u.a. ungepflegte Aufsteller; z.T. verwirrende Beschilderung u. mangelhafte Markierung, u.a. wurden internationale Fernwanderwege auf langen Abschnitten seit 2007 nicht markiert). 

 

 

Blick zum AschbergBlick zum Aschberg

Blick vom AschbergBlick vom Aschberg

Blick vom AschbergBlick vom Aschberg

Blick vom Bergwanderweg EB in die benachbarte Tschechische RepublikBlick vom Bergwanderweg EB in die benachbarte Tschechische Republik (Fernblick über Bublava zum Český Les)

 

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Im Klingenthaler Wandergebiet gibt es 3 Qualitätswanderwege ;-)

 


Mühlleithen (Ortsteil v. Klingenthal)

830 - 943 m ü.NN

kammloipe 2015 109Skihütte mit Skiservice in Mühlleithen

Die Besiedlung der rauhen und  abgelegenen Kammlage am Nordhang des Erzgebirges durch Holzfäller begann erst im 18. Jh. ; es folgten Bergarbeiter, die in den Zinnruben am Kiel arbeiteten. Durch den Bau einer befestigten Straße (1843) wurde Mühlleithen (1817 erstmals als Ort erwähnt) mit der Außenwelt beiderseits des Kammes verbunden (Postkutschenverkehr über den Pass 1848 - 92). 1853 wurde an dieser Straße eine Raststätte mit  Pferdewechselstation gebaut (daraus entstand nach Um- u. Neubauten das bekannte Hotel "Buschhaus"). Nach dem 1. Weltkrieg kamen immer mehr Sommer- u. Wintergäste in die schneesichere und ruhige Streusiedlung am Kamm. Mühlleithen entwickelte sich zum beliebten Ausgangspunkt für Skitouren auf dem Kamm. Für die Entwicklung des Skisports hatte die Gründung eines Wintersportvereins (1923) und der Bau der Vogtlandschanze (1933) große Bedeutung. Sie ist (nach einigen Umbauten) auch heute noch eine wichtige Trainings- u. Wettkampfschanze. In der DDR (1948 bis 1990) entwickelte sich Langlauf zum Volkssport. Seit 1973 findet u.a. der "Kammlauf" von Mühlleithen nach Johanngeorgensadt und zurück statt. International bekannt wurde das kleine "Skidorf" Mühlleithen durch das FIS-Damenskirennen (in Mühlleithen 1965 bis 1991 durchgeführt). Die besten Langläuferinnen der Welt nahmen daran teil. Im Ortsbild gab es bis 1990 zahlreiche Veränderungen: neue Eigenheime, Bau eines Gebäudes für Dienstleistungen mit Skiausleihe (jetzt Pension Kammloipe), Gemeindeneubau mit "Skiklause" (jetzt Pension Skiklause), Neubau Ferienheim (jetzt "Ferienhotel Mühlleithen"). Das Sporthotel "Buschhaus" wurde modernisiert u. erhielt einen Küchentraktanbau (nach 1990 verfiel das ortsbildprägende Gebäude, die Ruine wird 2018 abgerissen). Nach 1990 konnte durch die "Kammloipe" (angelegt 1992) eine wichtige touristische Attraktion für Mühlleithen und die gesamte Skiregion Westerzgebirge/Vogtland geschaffen werden. Sie entwickelte sich zur beliebtesten Fernloipe bundesweit und wird auch als "Pulsader des Tourismus" bezeichnet (M. Böhme, Sächsischer Tourismusverband). Durch die Kammloipe hat sich in Mühlleithen die touristische Infrastruktur  (Kammloipenbrücke über die B 283, modernes Loipenhaus, Bergwachtgebäude u. Loipenservice in der"Skihütte") wesentlich verbessert. Der günstigste Direkeinstieg in die Fernloipe ist am Parkplatz an der Kammloipenbrücke (unmittelbare Ortsnähe, Start/Ziel von mehreren Kammskitouren, gästefreundliche Infomöglichkeit mittels einer günstig installierten Loipenwebcam).